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Equal Pay Day

© Adobe Stock | Feodora

Nur einen Tag vor dem Frauentag findet in diesem Jahr der "Equal Pay Day" statt. Rein statistisch betrachtet ist die bundesweit berechnete Einkommenslücke von Frauen und Männern an diesem Tag wieder geschlossen. Ganze 66 Tage arbeiten Frauen in Deutschland umsonst, während Männer schon seit dem 1. Januar bezahlt werden. Die Bruttoverdienstlücke (sog. unbereinigte Lohnlücke) beträgt zungunsten von Frauen 18 Prozent pro Stunde. Darauf aufmerksam macht in diesem Jahr die Kampagne "EQUAL PAY 4.0 – gerechte Bezahlung in der digitalen Arbeitswelt". Angesichts des enormen Schubes, den die digitale Arbeit nochmals durch die Corona-Pandemie erfahren hat, befasst sie sich damit, was konkret Digitalisierung zu einer gerechten Entlohnung beitragen kann.

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Jedes Prozent ist eines zu viel – auch in Sachsen

Angesichts des europarechtlich und verfassungsrechtlich garantierten Gebotes der Entgeltgleichheit für gleiche oder gleichwertige Arbeit kann nur eine Lohnlücke von Null-Prozent akzeptabel sein. Die Lohnlücke zum Nachteil von Frauen im Freistaat Sachsen betrug im Jahr 2020 sieben Prozent. Damit ist sie in Sachsen, wie auch in anderen ostdeutschen Bundesländern, einstellig. Einer im Jahr 2019 veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der BA (IAB Sachsen) zufolge, erweist sich die Zahl jedoch als Trugschluss: Wird nämlich die sogenannte bereinigte Lohnlücke betrachtet, die den Verdienstabstand von Frauen und Männern mit vergleichbaren Qualifikationen, Tätigkeiten und Erwerbsbiografien misst, zeigte sich bereits 2017, dass Frauen in Sachsen im zweistelligen Bereich (11,4 Prozent) weniger verdienen als Männer. Die aktuellen Berechnungen des IAB Sachsen unter Einbeziehung der Corona-Pandemie erfolgen derzeit im Rahmen des "Modellprojekts Entgeltgleichheit" des Staatsministeriums der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung.

Entgeltgerechtigkeit in einer digitalen Welt

Die Ursachen für die bestehende Lohnungerechtigkeit in einer zunehmend digitalen Arbeitswelt sind vielfältig und komplex. Genauso vielfältig und komplex müssen auch die Maßnahmen aufgesetzt werden, die auf eine geschlechtergerechte Entlohnung abzielen. Diese reichen etwa von mehr Lohntransparenz, mehr Frauen in Führungspositionen, einer geschlechtergerechteren Berufs- und Studienwahl, einer Aufwertung sozialer Berufe, einer gleichmäßigeren Verteilung von Sorgearbeit bis hin zu einem geschlechtergerechteren Steuersystem.

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